Kaufen oder mieten?

Zwei unterschiedliche Wege, sich eine Website mit WordPress einzurichten

„WordPress.org und WordPress.com? Gibt es da einen Unterschied?“ Oft gehörte Aussagen, bei denen ich gerne Aufklärungsarbeit leiste. Dass es Unterschiede und damit verschiedene Konsequenzen für das Webdesign der Website (und andere Bereiche) gibt, wissen viele Kunden nicht. Woher auch? Im Folgenden möchte ich die Unterschiede zwischen  WordPress.org und WordPress.com näher erläutern.

 

Das Wichtigste in Kürze

WordPress.org ist das Eigenheim:
Als Besitzer sind Sie der Herr im Haus, entscheiden alles eigenständig und sind auch für alles verantwortlich.

WordPress.com ist die Mietwohnung:
Als Mieter genießen Sie die Sorgenfreiheit, sich um nichts kümmern zu müssen. Doch ohne die Zustimmung des Vermieters können Sie wenig verändern.

 

Eigenheimbesitzer oder Mieter?

WordPress ist ein Content-Management-System (CMS), das mit seiner Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit weltweit Millionen von Websitebetreiber begeistert.

Unter WordPress.org kann man das CMS zur freien Programmierung und Erweiterung herunterladen. Das Unternehmen WordPress.com hingegen stellt das CMS inklusive Hosting zur Verfügung und ermöglicht dem Nutzer eine Websiteeinrichtung nach einer Art Baukastenprinzip inkl. verschiedener Serviceleistungen wie Hosting oder Wartung. Dafür bezahlt man, entweder mit Geld oder eingeschränkten Möglichkeiten zur Individualisierung und Optimierung der Website.

Bevor man sich für das eine oder andere entscheidet, sollte man sich fragen: Will man Eigenheimbesitzer oder Mieter sein – mit allen Vor- und Nachteilen? Peter Müller zieht diesen treffenden Vergleich in seinem Buch „Einstieg in WordPress“ und ich möchte ihn an dieser Stelle sinngemäß aufgreifen.

 

WordPress.org: Freiheit und Fachwissen gehen Hand in Hand

Unter WordPress.org findet man die Open-Source-Software, die von einer weltweiten Community entwickelt und gepflegt wird. Sie kann kostenfrei heruntergeladen und auf einem eigenen Webspace (z. B. bei DomainFactory oder Strato) installiert werden, um damit eine eigene Website nach individuellen Wünschen zu gestalten. Um wieder den Immobilien-Vergleich aufzugreifen: Sie kaufen ein Grundstück (Webspace) und errichten das Haus (Website), das Sie komplett nach eigenen Wünschen gestalten (und umbauen) können.

Die Freiheit, die Websitebetreiber mit dem CMS von WordPress.org genießen, erfordert Fachwissen, Zeit und Mühe – oder Budget, sofern eine Agentur mit der gesamten Websiteerstellung, vom Webdesign bis zur Liveschaltung beauftragt wird. Anders gesagt: Mit den nötigen Kenntnissen können Sie den Keller ausgraben, das Fundament gießen, Wände hochziehen und das Dach decken. Später müssen Sie sich dann entsprechend um defekte Heizungen, den Garten und Rohrbruch kümmern. Verfügen Sie über diese Expertise nicht, beauftragen Sie ein Bauunternehmen und Handwerker.

Der Vorteil mit WordPress.org:
• Ihr Haus, Ihre Entscheidungen: Themes und Plugins können nach Belieben geändert und erweitert werden, ganz nach ihren individuellen Anforderungen.
Der Nachteil mit WordPress.org:
• Ihr Eigenheim, Ihre Verantwortung: Updates, Hosting und Sicherheit sind Aufgaben des Websitebetreibers (oder der beauftragen Agentur).

 

WordPress.com: Sorgenfreiheit schränkt die Grenzen ein 

Funktioniert die Heizung nicht, ist das Wasserrohr gebrochen, muss die Fassade saniert werden? Als Mieter genießen Sie ein sorgenfreies Leben. Der Vermieter kümmert sich um das Gebäude. Sie richten sich gemütlich ein, streichen die Wände in der gewünschten Farbe und halten die Wohnung sauber. Ob Sie die Wand zur Küche einreißen oder einen Balkon anbauen dürfen, liegt jedoch in der Hand des Vermieters. Entscheiden Sie sich für WordPress.com, müssen Sie nichts installieren oder updaten. Für die Websiteeinrichtung und -gestaltung stehen kostenlose Themes und grundsätzliche Funktionen zur Verfügung. Zusätzlicher Speicherplatz, bestimmte Plugins und Themes sind aber kostenpflichtig.

Der Vorteil mit WordPress.com:
• Sie ziehen sofort ein: Domainnamen registrieren und loslegen, Sie müssen keinen Webspace mieten oder gar das CMS installieren.
Der Nachteil mit WordPress.com:
• Keine Veränderung ohne den Vermieter: Sie können nur die Themes und Plugins installieren, die WordPress.com zur Auswahl stellt. Das sind zugegebenermaßen sehr viele, aber eigene Programmierungen und Extensions werden nicht unterstützt. Darunter leidet die Individualität im Webdesign und Funktionsumfang, um beispielsweise auf spezielle Nutzerbedürfnisse einzugehen. Ebenso werden andere Werbenetzwerke (z. B. Google AdSense) nicht unterstützt. Diese Einschränkungen gibt es auch in den kostenpflichtigen Premium-Varianten von WordPress.com.
• In der kostenlosen Basisversion steht in der Domain immer Ihr gewünschter Name + wordpress.com: beispieldomain.wordpress.com. Der Zusatz im Domainnamen wirkt nicht nur unprofessionell, sondern bringt auch Nachteile bezüglich der Suchmaschinenoptimierung und Auffindbarkeit im Internet. Wer den Zusatz nicht möchte, muss auf die kostenpflichtige Premium-Version upgraden.
• Die Inhalte der Webseite gehören theoretisch WordPress.com und nicht dem Webseitenbetreiber.

 

Fazit

Es gibt gute Gründe, warum ich meinen Kunden Webdesign auf der Basis von WordPress anbiete, so, damit sie auch ihr Eigenheim besitzen. Damit sie als Selbstständiger, kleines und mittelständisches Unternehmen die Chance haben, sich im Internet individuell zu präsentieren und zu wachsen, und das zu fairen Preisen.

 

Sie haben Fragen? Dann nehmen Sie gerne Kontakt auf, damit ich behilflich kann.